Jacques Lemans Kärnten Rallye 2013
 
1. Jacques Lemans Rallye-Weekend 2014:
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Alfred Kramer hielt sich an das Gesetz der Serie und gewann die Jacques Lemans-Kärnten Rallye zum 4. Mal

Auf Alfred Kramer ist Verlass, der Lokalmatador hat sein „Versprechen“, die Jacques Lemans-Kärnten-Rallye jedes zweite Jahr zu gewinnen, gehalten, ist jetzt stolzer Vierfachsieger. Sein Sieg in der gestrigen „1.Yiippi Sprintrallye 100“ war ein gelungenes Warm up für die acht Sonderprüfungen des heutigen Tages. Als Draufgabe hat der „Highlander“ Alfred Kramer auch im Alpe Adria Rally Cup mit zwei Siegen angeschrieben.

* Update: Alfred Kramer wurde bei der 8. Jacques Lemans Rallye disqualifiziert. Das Gesamtergebnis wird ausgesetzt, da Kramer Berufung eingelegt hat.

Fotos: Harald Illmer, EKK

Die 8. Jacques Lemans-Kärnten-Rallye im ZEITRAFFER:

77 Rallye - Autos aus fünf Nationen, darunter Italien, Deutschland, Ungarn, Slowenien und Österreich, rollten heute über die Plankenauer Startrampe beim Blumenhallen in St. Veit zur 8. Int. Jacques Lemans-Kärnten-Rallye“.

Aus dem ursprünglich erwarteten Duell zwischen Lokalmatador Alfred Kramer im Mitsubishi Lancer Evo 6.5 und dem Italiener Claudio de Cecco im Fiesta Regional Rally Car (RRC), ist zunächst durch den Grazer Quereinsteiger Günther Knobloch im Mitsubishi Lancer Evo IX, gestern im Sprint hinter Kramer und de Cecco Dritter, ein Dreikampf um den Sieg entstanden. Zumindest in den zwei Vormittagsprüfungen Gurk-Bergwerksgraben, die Knobloch gewann und danach beim Rallyeklassiker Brückl – Diex. Dem Draufgänger und Rallye-Quereinsteiger kam seine 14jährige Erfahrung im Motorradrennsport sicher entgegen, übernahm mit 4,4 Sekunden Guthaben auf Kramer in Führung. „Knobi“ war 2007 Vizemeister der IDM Supersport.

Rallyefuchs Kramer nicht beunruhigt, nahm es locker: „Ich fahr voll, aber Knobloch fährt extrem am Limit, das kann nicht gut gehen.“ Es kam anders. Kein Unfall, sondern die Technik stoppte den Rallyesenkrechtstarter. Sein Mitsubishi blieb in Gurk mit einem Bruch der Halbachse bereits am Start liegen. Kramer markierte auf seiner „Heimstrecke“ Gurk-Bergwerksgraben erstmals Bestzeit, knöpfte De Cecco 6,5 Sekunden ab, und übernahm die Führung.

„Buon compleanno“, alles Gute zum Geburtstag, hieß es heute Früh am Start für Claudio de Cecco, der in St. Veit seinen 51. Geburtstag feiert. De Cecco, 2001 Vizemeister der italienischen Rallye Trophy im Ford Focus WRC, war noch nicht „warm gefahren“. Der Italiener verlor in SP 1 Gurk-Bergwerksgraben fast eine halbe Minute auf die Konkurrenz, meldete sich erst aber danach in Diex mit Bestzeit zurück.

Die legendäre SP Brückl – Diex, wo seinerzeit auch der St. Veiter Vize-Europameister Klaus Russling, u.a. bei Alpenfahrt und KATC-Winterrallye, Bestzeit fuhr, ist für de Ceccos Ford RS RRC wie maßgeschneidert. Seine zweite Diex-Bestzeit überraschte daher weniger, schon eher Kramers Verspätung. „Zuerst hatte ich einen blöden Dreher, verlor zehn Sekunden, dann lief der Motor heiß. Zum Kühlen haben wir die Heizung aufgedreht“, klärt Kramer auf. Sein Vorsprung auf Claudio de Cecco schmolz deshalb zur Halbzeit der „Jacques Lemans-Kärnten-Rallye“ auf 20,4 Sekunden.

Unterschiedliche Spielverderber:

Bei Peter Schuhmacher, der schon nach der SP 2 in Diex mit seinem Mitsubishi ausrollte, war es ein Hydraulikschaden am Getriebe. Dabei wollte er seinen Überschlag aus dem Vorjahr mit einer Topplatzierung ausbügeln. „Schade, dass ich am Nachmittag nicht wenigstens für die Fans als Vorausfahrzeug starten durfte. Alle waren dafür, ich brauche ja Trainings- und Testkilometer, aber die OSK-Funktionäre haben es abgelehnt“, ärgerte sich der St. Veiter Baumeister, der aber trotzdem noch indirekt im Rennen blieb. Schuhmacher „spendierte“ nämlich Alfred Kramer zwei seiner neuen Reifen.
Heinz und Jasmin Leitgeb, Vater und Tochter im Cockpit des Renault Clio R3, wurden in der SP 3 Gurk von einem Platzregen erwischt, rutschten aus den Top Ten, verloren mangels Grip und Sicht gleich eine Minute! Dadurch Rückfall auf den 18. Gesamtrang und eine spannende Aufholjagd, die in SP 7 Glantschach jäh bei einem Unfall von einer Leitschiene gestoppt wurde. Beide blieben zum Glück unverletzt.

Der heiße Nachmittag blieb kühl:

Glantschach I sah de Cecco als knappen Sieger, 3,1 Sekunden vor Kramer. Letzterer dreht dann am Rundkurs in Hörzendorf mächtig auf, war gleich um 11,2 Sekunden schneller als der Italiener. Im Ziel gab es von Kramer viel Lob für Ex-Staatsmeister Willi Stengg aus Kramers Mund: „Wir sind am Rundkurs auf ihn aufgelaufen, er hat sofort weltmeisterlich Platz gemacht, einfach grandios.“ Stengg hat noch nichts verlernt, Platz sieben gesamt im Opel Corsa seines am Kreuzband verletzten Sohnes, ist der beste Beweis.

Der Rest war Routine. In der allerletzten SP war Kramer sogar um 25,3 (!) Sekunden schneller als de Cecco. Kramer feiert so seinen vierten Gesamtsieg beim Heimrennen und Claudio de Cecco seinen 51. Geburtstag. „Claudio, Buon compleanno“!

Mario Klammer, der Veranstalter der Weiz-Rallye und Gesamtsieger im Suzuki Motorsport Cup 2009, gab beim 1. Jacques Lemans Rallyeweekend nach einer fast 1 ½ Jahre langen Kunstpause kräftig Gas. Mit Freundin Claudia Dorfbauer (OÖ) am heißen Co-Pilotensitz des Suzuki Swift S1600, aus der PS-Schmiede von Zellhofer Motorsport, waren die beiden schon Sechste, ehe sie ein Reifenschaden am Rundkurs auf Platz 27 zurückwarf.



OPC Cup:

Spannend verlief auch der Zweikampf um den Sieg in der Opel Corsa OPC-Wertung zwischen dem zur Halbzeit führenden Oberösterreicher Gerhard Aigner und dem Kärntner Christoph Leitgeb, mit Freundin Sabrina Hartenberger für das „Eisner Auto Rallyeteam“ aus Klagenfurt unterwegs. Nur eine Zehntel Sekunde trennte die beiden Teams. Am ende drehte Leitgeb auf und distanzierte neben Aigner auch den heranstürmenden Andreas Kainer. Im OPC-Cup führt weiterhin Gerhard Aigner vor Christoph Leitgeb, der jetzt Zweiter ist.

Die Austrian Rallye Trophy (ART) sicherte sich Reinhold Neulinger (Mitsubishi Lancer Evo9), wurde gesamt Dritter. Bei den Historischen (HRP) siegte der Lavanttaler Opel Ascona B Pilot Ferdinand Mitterbacher. In der ARC siegte mit Gerald Rigler im Mitsubishi Evo Lancer III gleich der gesamt Vierter!

RESPEKT:

Den verdient zweifelsohne Reini Sampl. Der nach einem Skiunfall querschnittgelähmte Rollstuhlfahrer sorgte für ein starkes Signal. Gesamt 18. zu werden, davon war er selbst am Meisten überrascht. Sampl war zur Halbzeit sogar 14. In seinem Mitsubishi hatten jedenfalls alle seine Hände voll zu tun. Gas geben, schalten, bremsen, alles geht am Lenkrad per Hand! In den Rennpausen scheute der Salzburger auch nicht den Kontakt zu seinen Konkurrenten, suchte sie im Fahrerlager Rollstuhl auf und sorgte dabei einen guten PS-Gedankenaustausch.

JL - Endstand nach 8 Sonderprüfungen:* inoffiziell
1. Alfred Kramer / Jürgen Blassnegger (SLO/K) Mitsubishi Lancer Evo 6.5 + 57:43,1*
2. Claudio de Cecco / Giovanni Campeis (I) Ford Fiesta RS RRC + 56,3
3. Reinhold Neulinger / Markus Pötscher (A/OÖ) Mitsubishi Lancer Evo IX + 2:11,1
4. Gerald Rigler / Martin Rossgatterer (Mitsubishi Evo Lancer III + 2:34,5
5. Walter Mayer / Benedikt Hoffmann (A/W) Peugeot 207 S2000 + 2:59,5
6. Christoph Leitgeb / Sabrina Hartenberger (A/K) Opel Corsa OPC + 3:19,1
7. Willi Stengg / Jürgen Klinger (Opel Corsa OPC) + 3:37,7
8. Markus Steinbock / Harald Bachmayer (A/OÖ) Mitsubishi Lancer Evo II + 4:09,1
9. Andreas Kainer / Elke Aigner (A/B) Opel Corsa OPC + 4:09,2
10. Gerhard Aigner / Richard Gollatsch (A/OÖ) Opel Corsa OPC + 4:30,0
11. Fabio Soravito / Ilaria Angeli (I) Renault Clio RS + 4:43,2
12. Alberto Turolo / Laura Stromendo (I) Mitsubishi Lancer Evo IX + 5:07,1

* Update: Alfred Kramer wurde bei der 8. Jacques Lemans Rallye disqualifiziert. Das Gesamtergebnis wird ausgesetzt, da Kramer Berufung eingelegt hat.

> Inoffiz. Endergebnis nach Disqualifikation von Alfred Kramer

weitere Kärntner:
14. Andreas Mörtl / Jürgen Rausch (A/K) Mitsubishi Lancer Evo IX + 5:39,2
22. Ferdinand Mitterbacher/Roland Gruber (Opel Ascona B) + 6:55,6
25. Hannes Pink/Horst Nadles (Lancia Delta HF Intergrale) + 7:23,3
28. Erich Krautberger/Alexander Mayer (BMW 325i) + 7:47,5
29. Klaus Demuth/Karl Reitmaier (Renault Clio Sport) + 7:52,4
36. Heimo Papst/Michael Uschan (Renault Clio Sport + 9:37,3
42. Kurt Jabornig/Christine Scheiber (Peugeot 205 GTI) + 11:01,2
43. Günther Joham/Stefan Friedl (BMW 325i) + 11:02,8
49. Karl-Heinz Leitgeb/Gerald Winter (Suzuki Swift Sport) + 12:53,1

Ausgeschieden:
Peter Schuhmacher / Werner Puntschart (Mitsubishi Evo IX) – Hydraulikschaden nach SP 2
Rene Zweibrot/Dietmar Deticek (Mitsubishi Evo VII) – Bruch der Antriebwelle in SP 1
Norbert Liebert/Thomas Kienzer (Mitsubishi Evo IX) – technischer Defekt in SP 1
Heinz und Jasmin Leitgeb (Renault Clio R3 – Unfall in SP 7

Rallye Statistik:
Teilnehmer: 77 am Start, 58 im Ziel
SP Bestzeiten: Günther Knobloch (1), Alfred Kramer (4), Claudio de Cecco (3)

RÜCKBLICK:

Mit dem 1. Jacques Lemans Rallyeweekend hat der Event & Sportverein St. Veit unter der Regie von Wolfgang Troicher einen neuen Weg eingeschlagen. Die Yiippi Sprintrallye, kompakt, übersichtlich und mit zwei Asphalt-Sonderprüfungen gewürzt, zweimal zu befahren, war ein Gewinn des zweitägigen Rallyespektakels im Bezirk St.Veit Die 11,9 km Prüfung über den Gunzenberg nach Straßburg und die 13,10 SP-Kilometer über die Prekova nach Straßburg, waren ein echter Prüfstein, nicht nur für die arrivierten Teams, sondern auch für die Einsteiger. Da war der frühere Motorrad-Rundstreckenpilot Günther Knobloch die große Überraschung, eine Bereicherung der österreichischen Rallyeszene. Dem Andreas Aigner Schüler stand mit dem Mitsubishi Evo9 zudem ein Top Gerät zur Verfügung.

Die „8. Jacques Lemans-Kärnten-Rallye“ war mit den SP`s Gurk-Bergwerksgraben, Glantschach und Hörzendorf gut bestückt. Die „neue“ SP Brückl – Diex ließ so manche Fans am Stra0enrand in Erinnerung schwelgen. Diese SP wurde Ende der 80iger das letzte Mal bei der Karawanken Rallye gefahren.

Erste BILANZ des Organisators vom 1. Jacques Lemans - Rallyeweekend Wolfgang Troicher: „Ich bin froh, dass alles vorbei ist. Alle Fahrer sind heil geblieben. Schon morgen beginnt für mich die Nacharbeit. In den nächsten 14 Tagen bin ich auf den SP`s unterwegs. Aufräumen, Schäden besichtigen, weiterleiten, für Langeweile ist da keine Zeit. Apropos Zeit - mir Gedanken zu machen, wie es mit der Rallye weiter gehen kann, habe ich da sicher auch genug.“

Jacques Lemans Rallye Weekend, Pressedienst
Ernst-Karl Koschutnig

> GALERIE: AKTUELLE FOTOS - JACQUES LEMANS RALLYE WEEKEND 2014

Charityaktion 2014:

Der SEV-St.Veit hat seit seinem Bestehen immer ein Herz für Menschen gehabt, die vom Schicksal benachteiligt ihr Leben meistern müssen. Auch heuer gibt es wieder eine Aktion, die Menschen in Notsituationen helfen soll. Der SEV St. Veit stellt dafür „Jacques Lemans Rallye Uhren“ und „My Sport-Motorsport“- Aufkleber zur Verfügung, die Sie für eine Spende von uns zugeschickt bekommen. Der Reingewinn dieser Aktion wird wie immer zu 100% an Menschen in Notsituationen gespendet.