Jacques Lemans Kärnten Rallye 2013
 
9. Jacques Lemans - Kärnten Rallye powered by UNIOR:
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Team - Pressemeldungen:

Bericht: Knobloch / Stifter

Sensationeller Gesamtsieg bei der Rallye Kärnten für das steirische CONTIGER RALLYE Team mit Günther Knobloch und Sandra Stifter!

Was für eine turbulente Rallye für das steirische CONTIGER RALLYE TEAM! Nach nur rund zwei Kilometer auf der ersten Sonderprüfung ist bei dem EVO IX der zweite Gang gebrochen und alle dachten, die Rallye ist für das Team vermutlich gelaufen. Am Ende kam aber alles anders, und das Duo Günther Knobloch und Sandra Stifter konnte beim erst dritten Rallyestart bereits den ersten Gesamtsieg für das Team verbuchen. Der sensationelle Erfolg gelang dem Duo mit einem Mitsubishi Evo IX Gruppe N bei einem ARC Lauf mit 66 Startern aus fünf Nationen, bei dem auch vier S2000 Prototypen am Start standen. Zwei Teams die nicht im Ziel waren, waren bei der Rallye die „moralische Sieger“.


Foto: Harald Illmer

Das CONTIGER RALLYE TEAM lag trotz des technischen Problems von SP1 bis SP6 auf Gesamtrang drei, profitierte aber schließlich in der Schlussphase von zwei Ausfällen (Neubauer & Rigler, beide S2000), und fuhr letztlich zu dem sensationellen Gesamtsieg. Auch das kann also Rallye sein – letztes Jahr ist das Team bei der Rallyepremiere in Führung liegend ausgeschieden, diesmal hat es zwei andere Teams erwischt.

Knobloch: „Ich wäre bei dem Starterfeld natürlich auch mit Rang drei mehr als zufrieden gewesen, die beiden Jungs vor mir hatten ein Vielfaches an Rallye Erfahrung , und unser EVO IX kann performanceseitig mit den beiden S2000 Prototypen natürlich nicht mithalten. Mit dem R4-Subaru von Christian Schuberth-Mrlik vermutlich hingegen schon, und da hat es mich natürlich besonders gefreut zu sehen, dass wir bei dem Vergleich wirklich gut ausgesehen haben. Ich war in allen acht SP´s vor den Jungs aus Niederösterreich, und Christian hat immerhin das ÖM-Saisonfinale im Waldviertel letztes Jahr gewonnen. Es gab an dem Wochenende aber zumindest zwei weitere „moralische Siegerteams“. Hermann & Dominique für die blitzsaubere Vorstellung an der Spitze des Feldes bis zum technischen KO, und das „Rallye Team Rigler“. Gerald Rigler und sein Co Martin Rossgatterer haben in einem Ausmaß Begeisterung und menschliche Größe gezeigt, die für mich wirklich fast unglaublich war. Die beiden fallen in Führung liegend keine fünf Kilometer vor dem quasi sicheren Sieg mit einem genauso kapitalen wie vermutlich unfassbar teuren, unverschuldeten Motorschaden aus und haben nichts anderes zu tun, als uns voller Begeisterung zuzujubeln und vom Streckenrand aus euphorisch anzufeuern. Bei aller Begeisterung für den Rallyesport und Wertschätzung für meine sportlichen Gegner – ich denke dazu wäre ich in dem Moment nicht in der Lage gewesen. Respekt! - man lernt nie aus, diese Geste hat mich echt zum Nachdenken gebracht und nachhaltig beeindruckt – ich hoffe die Jungs feiern noch viele tolle Erfolge.“

Bericht: Kogler / Winter:

Podiumsplatz bei der UNIOR-Heimrallye

Die Jacques Lemans Kärnten-Rallye powered by UNIOR brachte dem UNIOR Rallye Team Austria Glück. Michael Kogler und Gerald Winter fuhren in ihrem UNIOR Citroen DS3 R3 als bestes 2wd-Fahrzeug einem tollen fünften Platz entgegen, als am Nachmittag die beiden führenden S2000-Boliden ausfielen. So landete die „rasende Werkzeugkiste“ auf dem Podium.


Foto: Harald Illmer

„Wie ein Uhrwerk – das Auto lief völlig problemlos, wir hatten eine echte Bilderbuchrallye“, lobt Teamchef Gottfried Kogler die „rasende Werkzeugkiste“, den Citroen DS3 R3, den das UNIOR Rallye Team Austria beim großen Heimspiel des Hauptsponsors, der Jacques Lemans Kärnten-Rallye powered by UNIOR zum Einsatz brachte.

Bei der Hitzeschlacht rund um Sankt Veit an der Glan schien zunächst alles in geregelten Bahnen zu verlaufen – Michael Kogler und sein Kärntner Copilot Gerald Winter positionierten sich umgehend als deutlich schnellstes Fahrzeug mit Zweiradantrieb (2wd) und peilten Gesamtrang fünf an, als sich am Nachmittag die Ereignisse überschlugen: Sowohl der überlegen führende Topfavorit Hermann Neubauer als auch dessen Verfolger Gerald Rigler mussten nacheinander ihre S2000-Boliden mit Defekten abstellen, sodass sich Kogler/Winter unverhofft hinter den Allrad-Piloten Günther Knobloch und Christian Schuberth-Mrlik auf dem dritten Gesamtrang wiederfanden.

Michael Kogler schildert: „Als ich auf den letzten beiden Prüfungen die Autos von Neubauer und Rigler am Streckenrand stehen sah, war ich doch etwas erstaunt – ich habe mir dann gedacht: ‚Okay, der dritte Platz ist ein netter Abschluss dieser wunderschönen Rallye!‘. Sportlich jedoch sehe ich den fünften Platz, mit dem wir normalerweise abgeschlossen hätten – so einen Defekt zu haben, ist natürlich immer hart, vor allem wenn man so weit vorne liegt.“

„Kühlen Kopf bewahrt“:

Kogler selbst hatte lediglich am Beginn der Rallye einen „Motivationsschub“, wie er es lachend nennt: „Wir hatten am Start der ersten Prüfung ein Hoppala: Als am Start die Uhr runterzählte, ist mir der Motor abgestorben – und zunächst ist er auch nicht wieder angesprungen. Als wir endlich von der Stelle kamen, hat die Uhr bereits zehn Sekunden angezeigt.“ Damit war jedoch der einzige „hitzige Moment“ dieses Samstags überwunden – in der Folge sorgte lediglich die pralle Kärntner Sonne für hohe Cockpittemperaturen. „Aber die Hitze war für alle gleich – wir haben bis zum Schluss einen kühlen Kopf bewahrt und mein Copilot Gerry konnte seinen Heimvorteil aus seiner Sicht gut ausspielen.“

Als Fahrer harmoniert Kogler zudem auch prächtig mit dem Citroen DS3 R3. Der Melker nickt: „Das Auto passt gut zu meinem Fahrstil, ich fühle mich im DS3 R3 einfach nur pudelwohl.“ So konnte Kogler auf der vorletzten Sonderprüfung, als man bei der Reifenwahl ein besonders „glückliches Händchen“ hatte, bis auf vier Sekunden an den S2000 von Gerald Rigler heranfahren. Teamchef Gottfried Kogler ist überzeugt: „Michael ist einfach ein Frontantriebfahrer, das Auto passt zu ihm und er profitiert auch enorm von unseren Aktivitäten auf der Rundstrecke.“

Die Rundstrecke, genauer gesagt der Circuit Paul Ricard im französischen Le Castellet ist auch der nächste Programmpunkt im Kalender des Kogler-Teams, wo von 10. bis 12. Juli ein weiterer Lauf zur 24h Series absolviert wird. Den Rallyeboliden zündet der 28-Jährige dann wieder im August: Michael Kogler und Gerry Winter werden von 20. bis 23. August den UNIOR Citroen DS3 R3 bei der WM-Rallye in Deutschland pilotieren.

Bericht: Rehberger / Hinteramskogler:

Wolfgang Rehberger hat mit Kärnten noch eine Rechnung offen

Bei der Jacques Lemans Rallye konnte der Niederösterreicher im Vorjahr wegen eines Unfalls am Vortag mit dem Suzuki Swift S1600 nicht starten.


Foto: Harald Illmer

Im letzten Jahr wurde einen Tag vor der eigentlichen Jacques Lemans Rallye eine Sprint Rallye 100 in St. Veit durchgeführt. Um sich optimal vorzubereiten, absolvierte Wolfgang Rehberger mit Co. Andre Kachel und dem Suzuki Swift S1600 aus dem Hause Zellhofer Motorsport diesen Auftakt. Nach ansprechenden Leistungen wo man sehr zufriedenstellend unterwegs war, wollte der Niederösterreicher mit dem gewonnenen Selbstvertrauen noch einmal einen Zahn zulegen. Dabei ist ihm etwas die Straße ausgegangen, der Wagen wurde beschädigt und Rehberger konnte am nächsten Tag bei der eigentlichen Kärnten Rallye nicht starten.

Dementsprechend neu motiviert kommt Wolfgang Rehberger, diesmal mit Vera Hinteramskogler als Copilotin wieder mit dem von Zellhofer Motorsport eingesetzten Suzuki Swift S 1600 nach St. Veit zurück: „Für mich ist dieser Einsatz und die gesteckten Vorhaben klar. Es gilt mit einer gleichmäßigen Leistung den Wagen ins Ziel zu bringen. Schließlich liegen wir in der Austrian Rallye Challenge nach zwei Veranstaltungen in Raabs/Thaya und Zwettl an fünfter Stelle in der Zwischenwertung. Da es unser Ziel ist am Ende der Saison uns unter den ersten Drei zu sein, müssen wir uns dementsprechend steigern, ohne jedoch die notwendige Sicherheit zu verlieren. Die acht Prüfungen in Kärnten mit einer Länge von 100 Kilometern kommen mir und unserem Auto entgegen, ich kenne sie von der Besichtigung her noch aus dem Vorjahr.“

Um wirklich optimal vorbereitet zu sein, wird sich auch der zweifache 2WD Staatsmeister Michi Böhm als Driverscoach in St. Veit einfinden. Er wird dem Dataplexx Team mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, übrigens wird man am kommenden Wochenende im Waldviertel noch einen gemeinsamen Testtag als Vorbereitung für Kärnten absolvieren. Schließlich verbindet Rehberger und Böhm nicht nur eine persönliche Freundschaft, sondern Dataplexx ist auch ein wichtiger Partner beim Projekt Böhm in der Staatsmeisterschaft geworden.

Wolfgang Rehberger ist  Eigentümer und Geschäftsführer der Dataplexx, einem Unternehmen, das sich auf IT- und Telekommunikationsprojekte mit 20 Mitarbeitern spezialisiert hat.

Bericht: Wagner / Winklhofer:

Julian Wagner führt in der Junior-ARC

Julian Wagner und Fred Winklhofer sahen auch in der dritten Rallye mit dem Ford Fiesta R1 die Zielflagge. Mit dem Sieg in der Junioren-ARC (Platz drei in der Klasse RC4 sowie Platz 27 gesamt) konnte Wagner bei der Kärnten-Rallye die Tabellenführung der JARC übernehmen. Die "Trilogie" als Ford Racing Rookie wurde somit erfolgreich abgeschlossen - jetzt soll und möchte Julian belohnt werden…

In Kärnten fuhr Julian Wagner die dritte Rallye seiner noch jungen "Quertreiber"-Karriere - auf die Erfahrungen aus den Läufen zuvor konnte er beim Besichtigen jedoch nicht zurückgreifen, wie er berichtet: "Diese Rallye war komplett anders als die beiden davor. Die Kurvenführungen haben mit der Schneerosen- und der Zwettl-Rallye rein gar nichts gemeinsam - in meinen Augen waren die Kärntner Prüfungen doch schwieriger, denn du hast hier oftmals eine Kurve nach der anderen. Ich habe mir beim Erstellen des Aufschriebs schwer getan - und als wir zum ersten Mal über die Sonderprüfungen gefahren sind, war ich regelrecht verblüfft."

Diese Überraschung war jedoch nur von kurzer Dauer - denn mit Fred Winklhofer sitzt ein höchst erfahrener Copilot an der Seite des 20-Jährigen. Julian nickt: "Fred hat mir wieder einmal sehr geholfen - er kennt bei der Kärnten-Rallye mittlerweile jeden Stein."

Der 55-jährige Deutsche stand schon dreimal auf dem Podium der Kärnten-Rallye: 2007 belegte er mit seinem Landsmann Thomas Wallenwein Platz drei, 2009 feierte er mit dem damaligen Jungtalent Patrick Winter den Sieg, 2013 schließlich landete er mit Julians Bruder Simon auf Platz drei.

Gemeinsam entwickelten Julian und Fred eine Lösung, um mit den ungewohnten Prüfungen besser klarzukommen: Bei der Besichtigung wurde mit zwei Onboard-Kameras mitgeschnitten, sodass der Playstation-erprobte Pilot und sein um 35 Jahre älterer Copilot am Abend beim Betrachten des Videos noch einmal den Aufschrieb verfeinern konnten.

Die Rallye selbst hat sich Julian Wagner wieder nach dem zuvor bereits erfolgreichen Ablaufmuster zurechtgelegt: Behutsamer Beginn, dann sukzessive Steigerung. Diese Vorgehensweise hat sich also auch beim dritten Mal bestens bewährt.

Hinzu kam jedoch, dass sich Julian diesmal auch die Bremse bewusst einteilen wollte. Bei den Rallyes zuvor zeigte die Serienbremse des Ford Fiesta R1 teilweise Ermüdungserscheinungen - daher wurde diesmal von Anfang an weniger links gebremst. Das Konzept ging auf, die Bremse funktionierte nun tadellos.

Freilich hatte Julian mit dem PS-schwachen Fahrzeug vor allem auf den Bergauf-Passagen zu kämpfen: "Da verlor ich bis zu 15 Sekunden - okay, davon konnte ich mir bergab immerhin sieben wieder holen."

Auch wenn aus Kostengründen nur gebrauchte Reifen eingesetzt wurden, freut sich Julian über neue Erkenntnisse am Reifensektor: "Wir haben im Lauf der Rallye verschiedene Mischungen ausprobiert - von ganz hart bis ganz weich. Und auch da konnte ich wieder einiges dazulernen."

Wenn man von einem kurzen und wenig Zeit kostenden Botanik-Ausflug auf der achten und letzten Sonderprüfung absieht, können Julian Wagner und Fred Winklhofer von einer problemlosen Kärnten-Rallye sprechen.

Der Ford Fiesta R1, den Julian als Ford Racing Rookie 2014 erhielt, lief "wie ein Uhrwerk", lobt Vater Friedrich Wagner - und fügt hinzu: "Nachdem wir die drei mit Ford abgemachten Rallyes erfolgreich und allesamt im Ziel absolviert haben, möchte ich mich noch einmal bei Ford Austria recht herzlich bedanken. Der Einstieg in den Rallyesport ist dank des Racing Rookie-Projekts gelungen, Julian hatte viel Freude im Cockpit des Fiesta."

Julian Wagner hat den Fiesta in Kärnten ohne einen Kratzer ins Ziel gebracht. Und auch das Ergebnis von Rallye Nr. 3 kann sich sehen lassen: Gesamtrang 27, Platz drei in der Klasse RC4 und vor allem der Sieg in der Junioren-ARC. Womit Wagner die Führung in der JARC-Tabelle übernimmt - recht viel besser kann eine Racing Rookie-Saison eigentlich nicht verlaufen…

Vater Friedrich Wagner sagt: "Die drei Rallyes haben wir erfolgreich absolviert, im Prinzip wäre damit die Saison bereits zu Ende - doch ich finde, dass Julian eine weitere Rallye verdient hat. Die Frage wird nur sein, mit welchem Auto er fährt. Denn ich habe das Gefühl, dass er jetzt für ein etwas stärkeres Auto reif ist."

Dass er im Zuge seiner drei Lern-Rallye-Einsätze schon wieder aus dem R1-Fahrzeug herausgewachsen ist, bestätigt Julian: "Ein etwas stärkeres Auto wäre schon gut bei unserem nächsten Einsatz - ich möchte ja unbedingt die Niederbayern-Rallye fahren, da wäre etwas mehr Power nicht schlecht." Die AVD-Niederbayern-Rallye zählt ebenfalls zur Austrian Rallye Challenge und steigt am 28. und 29. August.